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Moderne bildgebende Verfahren

Moderne bildgebende Verfahren
Das Unsichtbare sichtbar machen
1. Auflage, 2020
EDITORIAL (Georg Brasseur, Herbert Matis) “What we know is a drop, what we don’t know is an ocean.“ Mit diesen Worten charakterisierte Isaac Newton, wohl einer der größten Gelehrten in der Wissenschaftsgeschichte, im 17. Jahrhundert das Dilemma jeglicher wissenschaftlichen Erkenntnis, dass wir trotz ungeheurer Erkenntnisfortschritte, die seither gemacht wurden, nur einen Bruchteil dessen erkennen können, was – um Johann Wolfgang von Goethe zu zitieren – „die Welt im Innersten zusammenhält“ (Faust I, Vers 382 f.). Ein Zeitgenosse Newtons, der englische Universalgelehrte Robert Hooker, hat bereits einen Ausweg aufgezeigt, wie man durch den Einsatz von neuen Methoden, Maschinen und Geräten unsere Erkenntnismöglichkeiten erweitern könnte: „Some other Course therefore must be taken to promote the Search of Knowledge. Some other kind of Art for Inquiry than what hath been hitherto made use of, must be discovered; the Intellect is not to be suffer’d to act without its Helps, but is continually to be assisted by some Method or Engine ...“ Das menschliche Auge ist ein hochempfindliches Sinnesorgan zur Aufnahme und Verarbeitung optischer Reize mit Hilfe von 2 mal 132 Millio-nen3 lichtempfindlichen Nerven zellen (Fotorezeptoren), deren Erregungs-zustand durch die unterschiedlichen Wellenlängen elektromagnetischer Strahlung aus dem sichtbaren Spektrum verändert wird. Es handelt sich dabei um einen kognitiven Prozess, der es ermöglicht, über die aufgenommenen optischen Reize unsere Umwelt zu visualisieren. Schon seit der Renaissance wurden technische Geräte entwickelt, um die menschlichen Sinneswahrnehmungen, die es uns erlauben, Informationen aufzunehmen, im Gehirn weiter zu verarbeiten. Dabei wurden die für das menschliche Auge erkenn-baren elektromagnetischen Wellen im Frequenzbereich des Lichtes eingesetzt, um den Mikro- und Makrokosmos mit Hilfe von Mikroskopen und Teleskopen zu erkunden. Der Weg ging dann weiter, indem man neben dem Licht auch andere elektro-magnetische Strahlungen mit unterschiedlichen Wellenlängen dazu nutzte, durch Visualisierung unsere Wahrnehmungsfähigkeit zu erweitern, vor allem um das Unsichtbare sichtbar zu machen.
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