CORRADINI MEENS (Hg.)

Texts & Identities in the Early Middle Ages

Reihe: Denkschriften der philosophisch-historischen Klasse, Band: 344

Reihe: Forschungen zur Geschichte des Mittelalters, Band: 12

Verlag: VÖAW

Erscheinungsdatum: 03.11.2006

ISBN13: 978-3-7001-3747-4

ISBN10: 3-7001-3747-8

Format: 460 Seiten, 29,7x21cm, broschiert

Buch: 
€ 98,00
Online: 
€ 0,00

Produktbeschreibung

Seit sieben Jahren bietet eine Kooperation zwischen dem Institut für Mittelalterforschung der ÖAW und den Universitäten Cambridge, Leeds, Paris I und Utrecht jungen Forschern die Möglichkeit, ihre Projekte gemeinsam zu diskutieren und zu koordinieren. „Texts and Identities“, so der Titel der Kooperation wie auch des Bandes bietet dafür ein breites Passepartout für unterschiedliche Einzelstudien zur frühmittelalterlichen Geschichte, etwa zu historiographischen und hagiographischen Texten, zu monastischer Erinnerungskultur, kirchlicher und weltlicher Gesetzgebung bis hin zu Fragestellungen aus Bereichen wie Liturgie oder Bußpraxis. Die Beiträge untersuchen dabei weniger ein gemeinsames Thema, sondern präsentieren verschiedene Anwendungen eines gemeinsam über Jahre entwickelten methodologischen Instrumentariums der Interpretation von Texten, bei dem vor allem zwei Elemente eine Rolle spielen: Zum einen wurde der Rezeption und der handschriftlichen Überlieferung der Texte große Aufmerksamkeit gewidmet. Zum anderen stand die Problemstellung von Identität, oder besser, von Identifikationsprozessen im Blickfeld, also die Konstruktionen von Identitäten und Differenzen aus der Perspektive von sozialen, politischen und religiösen Gruppen. In der Verbindung dieser beiden Elemente werden Texte nicht nur als Widerspiegelungen ethnischer, sozialer und kultureller Identitäten betrachtet. Ebenso wird auch ihre Funktion untersucht, soziales Handeln mit bestimmten Bedeutungen auszustatten, Ereignisse anzuregen, zu ordnen, abzuändern oder zu verhindern bzw. Handlungsspielräume zu erarbeiten oder einzuengen. Die erhaltenen Texte können daher als Teil von kulturellen Bemühungen gesehen werden, die Gegenwart durch die Konstruktion der Vergangenheit zu formen. Die oft disharmonischen Stimmen mittelalterlicher Autoren ermöglichen es modernen Historikern, etwas von der Pluralität der frühmittelalterlichen Welt wahrzunehmen und die Konflikte, Auseinandersetzungen, Missverständnisse und Verhandlungen, die Eigenheiten und individuellen Wahrnehmungen der Menschen zu verstehen. Die einzelnen Beiträge des Bandes können dabei die Rolle von Texten aus dem frühen Mittelalter zur Gestaltung und Orientierung in einer sich ständig wandelnden Welt illustrieren.

Mit Unterstützung des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung.


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