GOTTAS Friedrich

Ungarn im Zeitalter des Hochliberalismus

Reihe: Studien zur Geschichte der österreichisch-ungarischen Monarchie, Band: 16

Verlag: VÖAW

Erscheinungsdatum: 1976

ISBN13: 978-3-7001-0166-6

ISBN10: 3-7001-0166-X

Format: 258 S., 24 x 17 cm, broschiert

Buch: 
€ 35,61

Produktbeschreibung

Die ungarische Geschichte zur Zeit der von 1875 bis 1890 währenden Ministerpräsidentschaft Kálmán Tiszas zählt zweifellos zu den bisher vernachlässigten Gebieten der Geschichtswissenschaft. Bereits im Reformzeitalter (1825-1848) war in Ungarn, bedingt durch die besondere wirtschaftliche, soziale und politische Situation des Landes sowie durch seinen Charakter als Nationalitätenstaat, eine eigenständige Ausprägung des Liberalismus entstanden. Diese war auch nach 1848 und dann vor allem nach 1867 für Ungarns innenpolitisches Leben bestimmend. In der vorliegenden Arbeit wird aufgezeigt, wie durchaus fragwürdig die praktische Anwendung liberaler Prinzipien auch in der Tisza-Ära oft blieb. Darüber hinaus kam es zeitweilig zum Zusammenstoß liberaler und antiliberaler Kräfte. Ein Beispiel dafür ist die antisemitische Bewegung in den Jahren 1882-1883. Daß sich der Antisemitismus in dem hier behandelten Zeitabschnitt - wie dann auch bis zum Ende der dualistischen Epoche - letztlich doch nicht durchzusetzen vermochte, zeigt, daß sich die Liberalen in Ungarn wenigstens in dieser Hinsicht ihres Namens würdig erwiesen. Anders verhielt es sich mit der Nationalitätenfrage, in der die um die Mitte der 1870er Jahre an die Herrschaft gelangende Politikergeneration einen wesentlichen Wandel herbeiführte. Die vorliegende Arbeit bleibt jedoch nicht auf innerungarische Probleme beschränkt. Die zweiten Ausgleichsverhandlungen zwischen Österreich und Ungarn, die vor allem wirtschaftliche bzw. wirtschaftspolitische Aspekte betrafen, gestalteten sich höchst schwierig. Im Zusammenhang mit den Bemühungen um den wirtschaftlichen Ausgleich sollte es schließlich zu einer Krise des dualistischen Systems kommen. Erst mit den beginnenden 1880er Jahren fand dann der nach 1867 einsetzende Prozeß der Konsolidierung der politischen Verhältnisse der Habsburgermonarchie seine Fortsetzung
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