WIBIRAL Norbert

Die romanische Klosterkirche in Lambach und ihre Wandmalereien

Zum Stand der Forschung

Reihe: Veröffentlichungen zur Kunstgeschichte, Band: 4

Verlag: VÖAW

Erscheinungsdatum: 1998

ISBN13: 978-3-7001-2722-2

ISBN10: 3-7001-2722-7

Format: 55 S., 3 Figuren, 5 SW-Abb., 5 Farbabb., 30 x 21 cm, broschiert

Buch: 
€ 28,12

Produktbeschreibung

Die Abteikirche der Benediktiner in Lambach wurde in der zweiten Hälfte des elften Jahrhunderts errichtet und – wie wir heute wissen – reich mit Wandmalereien ausgestattet. Aus dieser Zeit sind noch ansehnliche Teile im Westen der im Barock veränderten Anlage übriggeblieben: Reste einer kreuzförmigen, bemalten Krypta und darüber ein großer Teil des erhöhten Hauptchores mit Querhaus und integriertem Turmpaar. Da der Chorschluß zum größten Teil, das Langhaus und der erschließbare Ostchor gänzlich zerstört sind, stellen die hier erhaltenen Gewölbe- und Wandmalereien das ehemalige Gesamtprogramm bloß unvollständig dar. Vorhanden sind – teilweise fragmentarisch – 23 Szenen aus dem Neuen Testamentund vier Einzelfiguren aus dem Alten Testament, letztere im typologischen Bezug zur Szene der Mittelkuppel, in welcher die Epiphanie Christi vor den drei huldigenden Magiern nach dem den Evangelisten Markus erweiternden Text des lateinischen Magierspiels erzählt wird. Als inhaltliche Antithese werden Untaten und Bestrafung dreier Herrscher der Juden mit Namen Herodes in die evangelische Szenenfolge inseriert. Sie sind im allegorischen Sinne als Streitbilder" der Anhänger der Gregorianischen Partei im Investiturstreit – zu welcher auch der Klostergründer, Bischof Adalbero von Würzburg (1045-1090), gehörte – zu verstehen und richten sich gegen das "Regnum. Stilistisch stehen die Gewölbemalereien noch überwiegend in der spätottonischen Tradition, der wesentlich umfangreichere Bestand an den Wänden weist hingegen starken Einfluß der mittelbyzantinischen Kunst auf. Die Vermittlung dürfte sowohl über Monumentalmalereien Oberitaliens als auch auf dem Wege über eine byzantinisierende regensburgisch-salzburgische Handschriftengruppe des 11. Jahrhunderts erfolgt sein. Schließlich ist auch die direkte Übernahme von Vorlagen aus Byzanz anzunehmen. Vermutlich haben hier verloren gegangene, praeikonoklastische Illustrationen zu Werken des antiken jüdischen Historiographen Flavius Josephus oder seiner christlichen Vermittler gewirkt, da ohne die Annahme ihrer Existenz einige ikonographische Eigenheiten im Lambacher Herodes-Insert nicht verständlich gemacht werden können.
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