MARINELLI-KÖNIG Gertraud

Die böhmischen Länder in den Wiener Zeitschriften und Almanachen des Vormärz (1805-1848), Teil 1

Tschechische nationale Wiedergeburt - Kultur- und Landeskunde von Böhmen, Mähren und Schlesien - Kulturelle Beziehungen zu Wien

Reihe: Sitzungsberichte der philosophisch-historischen Klasse, Band: 801

Reihe: Veröffentlichungen zur Literaturwissenschaft des Instituts für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte unter der Leitung von Michael Rössner (Name geändert 2011), Band: 28

Erscheinungsdatum: 27.04.2011

ISBN13: 978-3-7001-6551-4

Format: 2011, 1027 Seiten, 24,5x15,3 cm, broschiert

Buch: 
€ 140,00
E-Book: 
€ 103,00
 

Produktbeschreibung

Die Erinnerung an kulturelle Prozesse, verbunden mit der Herausbildung von modernen Schriftsprachen und Nationalliteraturen bzw. der Bewahrung nationaler Identität (Polen) in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, ist für das Selbstverständnis der slavischen Kulturen Zentraleuropas von größter Bedeutung. Traumatische kollektive Erfahrungen von Kriegen, Totalitarismen und ökonomischen Zwängen, welche die jungen Nationalstaaten im 20. Jahrhundert zu gewärtigen hatten, führten zu Prozessen kultureller Ab- und Ausgrenzung, die bis heute mentale Barrieren darstellen. Die Erinnerung an kulturelle Gemeinsamkeiten war in den Hintergrund getreten, allseits wurden Strategien, die der Konstruktion nationaler Identität dienten, verfolgt. Die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Wien, dem Zentrum politischer Macht des Habsburgerstaates, erschienenen gelehrten Zeitschriften und Unterhaltungsblätter, die sich als „nicht politische“ Organe definierten, vermittelten in Form von Abhandlungen und Skizzen, Korrespondenzberichten, Notizen, Buchanzeigen und  besprechungen sowie in ihren belletristischen Teilen durch Abdruck von literarischen Kurztexten – trotz Zensur und Gängelung der Presse – nicht zuletzt auch Wissen über den zentraleuropäischen Raum. Das Wiener-Vormärz-Slavica-Projekt hat sich die Auswertung dieser Quellen zum Ziel gesetzt.
Nach entsprechenden Bänden zu Russland, zu Polen und Ruthenen, den Südslaven und Oberungarn (Slowakei) liegt der erste Teilband zu den böhmischen Ländern vor. Er dokumentiert die Hinweise auf und Erwähnungen von „Literatur und Schrifttum“ der böhmischen Länder in den Wiener Zeitschriften und Almanachen des Vormärz (1805–1848): Insbesondere tschechisch- und deutschsprachige Autoren aus den böhmischen Ländern im Bereich der Belletristik (einschließlich Übersetzungen und „böhmische Stoffe“, S. 1–855), Literaturkritik und  geschichte, Zeitungen und Zeitschriften, Bibliographien, Lexika sowie Buchproduktion und  vertrieb sind die Themenkomplexe, denen die Fundstellen jeweils chronologisch zugeordnet werden.
Ergebnis ist – wie es in einer Buchbesprechung von Wolfgang Kessler heißt – eine „einzigartige Quellensammlung zur deutschen und tschechischen Literatur und ihrer zeitgenössischen Rezeption, zur Geschichte des Buchwesens und zur Kulturgeschichte in einem breiten, die Volkskunde einbeziehenden Spektrum“.
Gedruckt mit Unterstützung des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF).

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