STUCHLIK Jakob

Der arische Ansatz

Erich Frauwallner und der Nationalsozialismus

Reihe: Sitzungsberichte der philosophisch-historischen Klasse, Band: 797

Verlag: VÖAW

Erscheinungsdatum: 15.12.2009

ISBN13: 978-3-7001-6724-2

Format: 202 S., 24 x 15 cm, broschiert

Buch: 
€ 42,00

Produktbeschreibung

Der „arische Ansatz“ wurde von Erich Frauwallner wiederholt an der Schnittstelle zwischen Indologie und Gesellschaft propagiert, wo es allem Anschein nach darum ging, die Ergebnisse detaillierter Indienforschung synthetisch in Form eines fachwissenschaftlich „gesicherten“ Indienbildes einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Frauwallner ist vor allem im deutschsprachigen Raum und in Japan als wissenschaftliche Autorität in die Geschichte seines Faches, insbesondere der Buddhismuskunde, eingegangen. Dieser Ruf einer wissenschaftlichen Autorität begünstigt eine Identifizierung des von Frauwallner präsentierten Indien-bildes mit Indien selbst. Da dieses Bild in seiner Grundstruktur „arisierend“ rassistisch ist, steuert es auch zum Eindruck einer „unheiligen Allianz“ zwischen Indien und Nazideutschland bei. Solange der nationalsozialistische Kontext des Wirkens von Frauwallner als Forscher und Lehrer durch Verschweigen und Verharmlosen ausgeklammert wird, wie es im deutschsprachigen Raum jahrzehntelang der Fall war, kann von einer ernsthaften Diskussion über das Ausmaß der ideologischen Belastung seines wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Œuvres keine Rede sein. Was aber wird dann tradiert und mittradiert, wenn Frauwallner als Autorität und seine Philologie als mustergültige Wissenschaft verherrlicht werden? In diesem Buch skizziere ich den „arischen Ansatz“ nicht „nur“ als den wiederholt vorgetragenen rassistischen Periodisierungsansatz der indischen Philosophie, sondern auch als den konzeptuellen Kern des wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Œuvres, und nicht zuletzt des Lebens eines überzeugten Nationalsozialisten. Dabei exponiere ich zahlreiche Facetten des korrupten Umgangs mit der Vergangenheit in Kontinuitäten nach wie vor 1945.
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