SLABY Helmut

Bindenschild und Sonnenlöwe

Die Geschichte der österreichisch-iranischen Beziehungen bis zur Gegenwart. Neuauflage

Reihe: Sitzungsberichte der philosophisch-historischen Klasse, Band: 770

Reihe: Veröffentlichungen zur Iranistik (umbenannt 2003), Band: 42

Erscheinungsdatum: 30.07.2010

ISBN13: 978-3-7001-3794-8

Format: 410 Seiten, 22,5x26 cm, broschiert

Buch: 
€ 51,40

Produktbeschreibung

Der österreichische Diplomat Dr. Helmut Slaby leitete zehn Jahre lang – von 1969 bis 1979 – das Österreichische Kulturinstitut in Teheran. Während dieser Zeit vertiefte er sich zunehmend in den Gegenstand des vorliegenden Buches, dessen Manuskript wenige Jahre nach seiner Rückkehr nach Österreich abgeschlossen wurde. Unter dem Titel „Bindenschild und Sonnenlöwe“ erschien das Ergebnis seiner Arbeit 1982 bei der Akademischen Druck- und Verlagsanstalt in Graz. Der vorliegende Text stellt eine Neuauflage des längst zur bibliographischen Rarität gewordenen Werks dar. Slabys Ziel war es gewesen, die Geschichte der österreichisch-iranischen Beziehungen mit besonderer Betonung der österreichischen Präsenz in Persien vom späten Mittelalter an bis in die Zeit seiner eigenen Erfahrungen hinein zu erzählen. Vor allem wollte er einen wissenschaftlich fundierten Text auf eine Weise abfassen, die immer auch durch einen anekdotischen Modus geprägt sein sollte. Geschichten, wie sie den beruflichen Alltag seines eigenen Lebens in Teheran gewissermaßen ständig umspülten, sollten zurück geführt werden in die Vergangenheit, vor allem die des 19. Jahrhunderts. Tatsächlich entbehrt die Präsenz österreichischer Lehrer, Techniker, Wissenschafter, Hofbediensteter, Unternehmer und nicht zuletzt Abenteurer jeglicher Couleur seit damals durchaus nicht einer Kontinuität, die über das frühe zwanzigste Jahrhundert schließlich in die damalige „Gegenwart“ des Chronisten Slaby andauern sollte. Der erzählerische, literarische Duktus seiner Arbeit hatte Slaby erleben lassen, dass sein Buch innerhalb gar nicht langer Zeit vergriffen war, was ja für gelehrte Veröffentlichungen nicht gerade charakteristisch sein dürfte. Es sollte sich alsbald erweisen, dass bald danach – also zu der Zeit, als das Buch nicht mehr beliebig zu erstehen gewesen war – die Vertreter der internationalen zeitgeschichtlichen Forschung über Iran im 20. Jahrhundert (insbesondere diejenigen, die sich mit der Zeit vom Beginn des Ersten Weltkriegs an befassten) über die mangelnde Greifbarkeit „des Slabys“ bitter zu beklagen begannen. Der Grund dafür lag in dem Umstand, dass Slaby gerade wegen seiner Neigung zum Anekdotischen eine Fülle von im weitesten Sinne österreichischen Individuen in seinem Text auftreten ließ, die zwar auch in anderen – nicht nur in europäischen, sondern auch in persischen – Quellen erwähnt werden, aber nur durch Konsultation Slabys angemessen identifiziert und weiter verfolgt werden können. Ihre sachliche Einbettung ist in sehr vielen Fällen ohne Slaby unmöglich. Bis heute gibt es für kein anderes Land eine vergleichbare Studie, in der die Umrahmung der neueren Diplomatiegeschichte zwischen dem jeweiligen Land und Iran (bzw. Persien) in sachlicher und kausaler Hinsicht auch nur annähernd so konsequent herausgearbeitet worden ist wie im Falle des „Bindenschildes und des Sonnenlöwen“! Das gilt sogar für ein Land wie Großbritannien, für das immerhin die Arbeiten des vormaligen Diplomaten Roger Stevens vorliegen, die aber Einsichten von der Scharfsichtigkeit und Verschmitztheit, wie sie bei Slaby gefunden werden können, eben nicht ermöglichen. Ohne Helmut Slabys Narrativ wüssten wir alle viel weniger und hätten auch viel weniger Gründe, in dem einen oder anderen Fall nachzufragen und es vielleicht noch genauer wissen zu wollen. In Anlehnung an den von Slaby neben vielen Anderen gleichfalls behandelten österreichischen Orientalisten und Diplomaten Joseph Hammer von Purgstall können wir seine Arbeit mit Fug und Recht als eine „Fundgrube“ ersten Ranges bezeichnen.

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