HACKSTEIN Olav

Apposition and Nominal Classification

Nominal Classification in Indo-European and Beyond

Reihe: Sitzungsberichte der philosophisch-historischen Klasse, Band: 798

Reihe: Veröffentlichungen zur Iranistik (umbenannt 2003), Band: Nr.56

Erscheinungsdatum: 07.07.2010

ISBN13: 978-3-7001-6803-4

Buch: 
€ 19,00

Produktbeschreibung

Vorliegende Monographie untersucht appositionelle Kollokationen in älteren indogermanischen Sprachen. Seit Eduard Schwyzers 1947 erschienener Abhandlung „Zur Apposition“ (Berlin: Akademie-Verl.) stand die nahe Apposition in den frühest bezeugten Sprachstufen des lndogermanischen nicht mehr im Zentrum einer eingehenden indogermanistischen Analyse. Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Stellung der unerweiterten Apposition im Indogermanischen. Einer umfangreichen Dokumentation von Sprachdaten (mit besonderer Berücksichtigung formelhafter Kollokationen und unter Einschluss des Anatolischen, Tocharischen, Keltiberischen, Mykenischen) folgt die Untersuchung der dem Stellungsverhalten zugrunde Iiegenden syntaktischen und semantischen Prinzipien, wobei Vergleichsdaten aus nicht-indogermanischen Sprachen mit herangezogen werden. Der zweite Teil der Abhandlung lenkt die Aufmerksamkeit auf Kollokationen aus Numerale, appositionellem Bestimmungswort und Gezahltem. Derartige Kollokationen sind nicht nur sprachübergreifend belegbar, sondern in ausgewählten Fällen auch für das Indogermanische rekonstruierbar und werfen ein wichtiges Licht auf die Entstehung von Numeralklassifikatoren in modernen indogermanischen und nicht-indogermanischen Sprachen. Die Phraseologisierung von Kollokationen aus Numerale und appositionellem Bestimmungswort ist bereits für ältere indogermanische Sprachen nachweisbar und bildet gleichzeitig die Vorstufe zur Grammatikalisierung von Numeralklassifikatoren, wie sie sich vereinzelt in modernen indoarischen Sprachen (z.B. Bengali) und vor allem nicht-indogermanischen Sprachen finden. Insgesamt kann ein Entwicklungskontinuum aufgezeigt werden, welches von habituellen Kollokationen hin zu syntaktischen Konstruktionen führt und welches das von der allgemeinen Sprachwissenschaft seit Iangem postulierte Kontinuum zwischen Lexikon und Syntax bestätigt.

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