LUKAS Helmut

Ungleichheit und Egalität

Die Sozialstruktur der vorkolonialen Toba-Batak Samosirs (Sumatra) im Vergleich zu Gesellschaften am Festland Südostasiens

Reihe: Denkschriften der philosophisch-historischen Klasse, Band: 395

Reihe: Veröffentlichungen zur Sozialanthropologie, Band: 14

Erscheinungsdatum: 17.05.2011

ISBN13: 978-3-7001-6683-2

Format: 535 Seiten, 51 Abb., 30x21 cm, broschiert

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Produktbeschreibung

In dieser Arbeit wird versucht, die vorkoloniale Sozialstruktur der Toba-Batak (Samosir, Nordsumatra) zu re konstruieren. Da die Verwandtschaftsverhältnisse (Lineage Organisation und asymmetrische Allianzstruktur) bei den Toba-Batak gleichzeitig als Produktionsverhältnisse fungierten und somit das wichtigste Muster für die ökonomische und politische Organisation der Toba-Batak-Gesellschaft lieferten, kann deren Ökonomie nicht als ein genau abgrenzbarer und relativ unabhängiger Bereich behandelt werden. Analog dazu ist es auch nicht möglich, bei den Toba-Batak einen separaten politischen Bereich bzw. rein politische Institutionen auszumachen. Die politische Organisation dieser Gesellschaft kann daher nur über die Aufdeckung der politischen Aspekte der Verwandtschaft und daneben auch der Religion erschlossen werden. Aufgrund der dominanten Rolle der Verwandtschaft bei den Toba-Batak konnte sich keine zentrale Autorität bzw. keine staatliche Organisation entwickeln. Im Gegensatz dazu entwickelten die Toba-Batak die Institution sakraler Führer (Singamangaraja etc.), die oft als „Gottkönige“ oder „Priesterkönige“ bezeichnet wurden. Anders als Heine-Geldern, der die Singamangaraja-Institution als eine Übernahme des Gottkönig-Konzepts indisierter Reiche Südostasiens interpretierte, betrachtet der Verfasser die Entwicklung der Institution sakraler Führer als Versuch der Etablierung einer Autorität durch die Berufung auf eine nicht-verwandtschaftsbezogene („göttliche“) Machtquelle. Aus der dominanten Rolle der Verwandtschaft in der Toba-Batak-Gesellschaft resultierte die Begrenzung der Autorität der sakralen Führer. In Teil II des Buches wird die Sozialstruktur der präkolonialen Toba-Batak mit jenen einiger ethnischer Gruppen des festländischen Südostasiens, insbesondere der Jarai Vietnams und Kambodschas, verglichen. Der Verfasser versucht die Hypothese Heine-Gelderns zu überprüfen, der zufolge die Institution der drei sakralen „Könige“ der Toba-Batak eine Parallele in den Pötao der Jarai („König des Feuers, des Wasser und des Windes“) hat. Im Laufe der Untersuchung zeigte sich, dass bei beiden Gesellschaften die Institution der sakralen Führer mit einem bestimmten Muster der Interaktion, die diese Hochlandethnien mit den Gesellschaften des Tieflandes verbindet, zusammenhängt.

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