Details
back
Kitāb al-Abniya can •aqā’iq al-Adwiya
Format:
600 Seiten, 25x17,5 cm, Karton mit Überzug,
ISBN13: 978-3-7001-6758-7
Price:
€ 49,00
more information...
Unter den wertvollsten Beständen der ONB befindet sich das älteste, in Buchform vollständig erhalten gebliebene Sprachdenkmal der frühneupersischen Literatur – Signatur A F. 340, datiert mit Šawwāl 447 h. (= 1056 AC.). Es handelt sich um eine Abschrift des medizinischen Werkes von Abū Manóūr Muwaffaq Ibn ‘Alī al-Hirawī: Kitāb al-Abniya can ·aqā’iq al-Adwiya („Das Buch der Grundlagen über die Wahre Beschaffenheit der Heilmittel“), verfasst im 11. Jh. AD (höchst wahrscheinlich zw.430-445 h. / 1039-1053/4 AD). Der Abschreiber des Manuskripts AF. 340 ist der berühmte persische Dichter und hervorragende Kalligraphen des 11. Jhs.: cAlī b. Açmad al-Asadī aus Tus (Iran). Es ist zweifelsohne das Verdienst einer Reihe europäischer Orientalisten und Wissenschaftler, die nach der Entdeckung der wahrscheinlich im 18. Jahrhundert nach Wien gelangten Handschrift, die Aufmerksamkeit der Gelehrtenkreise in Europa auf diese Handschrift lenkten. An ihrer Spitze steht der österreichische Orientalist des 19. Jahrhunderts, Josef Freiherr v. Hammer-Purgstall (1774 – 1856), der als erster im Jahre 1820 eine Beschreibung dieser Handschrift in Latein vorlegte, und Franciscus Romeo Seligmann (1808 – 1892), der sich spätestens ab dem Jahr 1830 intensiv mit dieser Handschrift befasste und sie schließlich im Jahre 1859 in Druckform als Buch herausgab. Die vorliegende Ausgabe beinhaltet die Farbreproduktion der Wiener Handschrift, englische Vorworte und Begleittexte von Bert G. Fragner / Nosratollah Rastegar, Karl Holubar, Eva Irblich, und Mahmud Omidsalar sowie persische Einführungen und Beschreibungen von Iraj Afshar und Ali Ashraf Sadeghi und eine persische Übersetzung der klassischen Einleitung von Seligmann.
Die kodikologisch vielfältige und daher große Bedeutung des Wiener Manuskripts A. F. 340 liegt vor allem in dessen literaturgeschichtlichen, sprachhistorischen, orthographischen, textwissenschaftlichen, rezeptionsgeschichtlichen und nicht zuletzt in dessen medizinischen Besonderheiten. Diese und viele weitere Aspekte sowie Informationen über den Autor des Werkes sind vor allem in den sieben englischen und persischen Begleittexten zu dieser Publikation ausführlich dargelegt worden.
An dieser zeitaufwändigen und kostspieligen Publikation haben sich drei Institutionen (ONB, ÖAW, Miras-e Maktoob) und viele Gelehrte und Kollegen aus Österreich, USA und Iran beteiligt. Es ist zu vermerken, dass mit dieser Ausgabe das älteste Buchdenkmal der persischen Literatur mit allen seinen Besonderheiten, die in den früheren Ausgaben leider nicht zum Vorschein kamen, erstmalig originalgetreu der Fachwelt präsentiert wird. Es ist zu hoffen, dass das Werk auch in medizinwissenschaftlicher Hinsicht eine Neuwertung erfährt.
more...